Synopsis

Voller Freude erwarten Rebecca (32) und Julian (34) die Geburt ihres ersten Kindes. Doch kaum ist das Baby geboren, erfasst Rebecca eine unbegreifliche Angst und Hilflosigkeit. Das kleine Wesen, das von ihr abhängig ist, ist ihr vollkommen fremd. Rebeccas Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag, bis sie schließlich befürchten muss, zu einer Bedrohung für ihr eigenes Kind zu werden.

Statt der bedingungslosen Liebe, die sie erwartet hatte und von der die ganze Welt spricht, empfindet sie nur Hilflosigkeit und Verzweiflung. Ihr eigenes Baby ist ihr fremd.

Mit jedem neuen Tag wird deutlicher, dass Rebecca den Anforderungen des Mutterseins nicht gewachsen ist. Doch außer ihr scheint das niemand zu bemerken. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal Julian. Denn: Wie spricht man über das Unaussprechliche? Über Gefühle, die man nicht einordnen kann? Von denen man noch nie zuvor gehört hat?

Rebeccas Zustand verschlechtert sich zunehmend bis sie schließlich fürchten muss, zu einer Gefahr für ihr eigenes Kind zu werden. Nach einem Zusammenbruch erkennt alleine Rebeccas Mutter, was ihre Tochter braucht: Professionelle Hilfe und Unterstützung bei dem Aufbau einer Mutter-Kind-Beziehung. Rebecca wird in eine Klinik eingewiesen. Ganz allmählich beginnt sie auf dem Weg der Heilung, sich nach ihrem Sohn zu sehnen.

Vielleicht ein Erwachen der Mutter in ihr ...

Erstaunlich sicher stürzt Regisseurin und Co-Autorin Emily Atef das Publikum in emotionalen Aufruhr mit der packenden Schilderung des Kampfs einer Mutter um die Bindung zu ihrem Kind. Ein subtiler, meisterhafter Film, der überraschende Kraft aus einem noch unentdeckten Thema und der eindrucksvollen Leistung der Hauptdarstellerin entwickelt.

Statement der Regisseurin Emily Atef

Wir alle wachsen mit der Vorstellung auf, dass eine Mutter ihr Kind nach der Geburt instinktiv uneingeschränkt liebt. Dieses Mutterbild hat fast etwas Heiliges. Ich selbst war ebenfalls von diesem Idealbild überzeugt. Auch meine Protagonistin Rebecca erwartet das große Glück. Dass es anders kommt, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg. Ihr Umfeld ist durch ihre fehlende Freude befremdet und auch sie selbst empfindet sich als Ungeheuer. So sehr, dass sie meint, ihr Leben beenden zu müssen.
In Deutschland erkranken jährlich 80.000 Frauen an einer postpartalen Depression und dennoch ist diese Krankheit noch sehr unbekannt und es wird kaum darüber gesprochen. Die Bindung zum Kind ist gestört – durch eine Krank heit, die starke gesellschaftliche und persönliche Folgen mit sich bringt, auch nach ihrer Heilung. Dieses Thema ließ mich nicht mehr los und beschäftigt und bewegt mich sehr.
Ich wollte aber nie nur einen Film über eine Krankheit machen, sondern das ganz per sön liche Portrait einer Frau, die in eine tiefe Krise stürzt. Und darüber, wie auch das Leben der Menschen um sie herum dadurch aus der Bahn geworfen wird. Ganz besonders das ihres Freundes Julian, der plötzlich und unerwartet vor einer Katastrophe steht und innerhalb von wenigen Wochen die Verantwortung der Vaterrolle übernehmen muss.
Schlussendlich ist es auch eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die zwischen zeitlich zu Fremden werden und sich dann auf eine Weise nah kommen, die ohne diese Krise vielleicht nicht möglich gewesen wäre.

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